Stationäre Hilfen

Stationäre Hilfen

Schützende Wohnangebote für queere Jugendliche und junge Erwachsene

Unsere stationären Hilfen bieten lesbischen, schwulen, bi- und transidenten Jugendlichen ab 15 Jahren ein akzeptierendes Zuhause. Wir stärken Selbstwertgefühl, unterstützen beim Coming-out, fördern soziale und lebenspraktische Kompetenzen und begleiten den Übergang in die Selbstständigkeit.

Andreas Schröder

(er/ihm)

Bereichsleitung Queer Leben stationär

Gürtelstraße 35
10247 Berlin

Tel. 030-315 117 730 / 0178-560 806 4

Fax 030-315 117 733

Zentrale Themen im Rahmen der stationären Betreuung der Zielgruppe queere Jugendliche sind:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
    Bei schwulen, lesbischen und bisexuellen Jugendlichen treten Probleme bei der Entwicklung der Geschlechts­rollen­identität potenziert auf: Ein Verhältnis zur eigenen Weiblichkeit / Männlichkeit kann nicht im Rahmen klassischer Geschlechts­rollen erlebt und muss daher individuell erarbeitet werden. Außerdem fehlen Vorbilder bzw. Projektions­flächen. Bei transidenten Jugendlichen steht die Geschlechts­identität grundsätzlich in Frage; oft fehlt jeglicher Zugang zur eigenen Körper­lichkeit. In einem geschützten Wohn­umfeld erleben die Jugendlichen einen akzeptierenden, selbst­verständlichen Umgang mit ihrem geschlecht­lichen Empfinden. Sie fühlen sich im Coming-Out-Prozess nicht länger allein und sind in der Lage, ihre sozio-sexuelle Identität angstfrei zu entwickeln.
  • Beziehungskontinuität
    Am Beginn des Coming-Out-Prozesses stehen für viele Jugendliche sämtliche soziale und emotionale Beziehungen (insbesondere Familie und Freund*innen) in Frage. Sie wissen nicht, wer sie wirklich so akzeptieren wird, wie sie sind. Im Umfeld des Betreuten Wohnens können Beziehungen unter­einander als kontinuierlich erlebt werden. Die Angst vor Abbrüchen schwindet. Konflikte werden nicht länger als existenziell erlebt. Der Schutzraum bietet außerdem die Chance, familiäre Konflikte aus der Distanz zu bearbeiten und ermöglicht wieder einen respekt­vollen Umgang innerhalb der Herkunftsfamilie.
  • Soziales Lernen in der Gruppe
    Als junge Menschen, die selbst Ausgrenzungs­erfahrungen machen oder entsprechende Ängste empfinden, werden die Jugendlichen in die Lage versetzt, diese Erfahrungen zu reflektieren und sensibel gegenüber Ausgrenzung allgemein zu sein. Der Zusammenhalt in der Gruppe wird durch gemeinsame erlebnis- und freizeit­pädagogische Aktivitäten gestärkt. Einen weiteren Fokus bildet die Auseinander­setzung mit Fragen der Zugehörigkeit zu einer queeren Subkultur. Diese Gruppen­zusammen­hänge ermöglichen die Erprobung individuell entwickelter Bewältigungs- und Konflikt­lösungs­strategien und die Reflexion ihrer Wirksamkeit.
  • Eigenverantwortlichkeit und Verselbstständigung
    Wenn Jugendliche, die ihre Geschlechts­identität in Frage stellen, sich in einem geschützten Umfeld entwickeln können und keinerlei Recht­fertigungs­zwang mehr unterliegen, wird das „Anders-Sein“ nicht länger als das „Problem-Thema“ mit entsprechendem Reibungs­verlust erlebt. So werden Energien frei für die eigentlichen Lebens­aufgaben: Berufliche und partner­schaftliche Perspektive, Freund­schaften und Einsicht in soziale Zusammen­hänge. Die Jugendlichen werden in die Lage versetzt, ihre sozio-sexuelle Identität als einen Teil ihrer Persönlichkeit zu begreifen und in ihr Lebens­konzept zu integrieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Eigen­verantwortung ist der Erwerb von Handlungs­kompetenzen bei der Umsetzung intimer Bedürfnisse: Die Jugend­lichen sollen lernen, ihre Gefühle, Wünsche und Grenzen beim sexuellen Kontakt zu kommunizieren – insbesondere vor dem Hintergrund sexuell übertrag­barer Krankheiten oder sexueller Gewalt.

 

Therapeutisches Zusatzmodul
Ergänzend zur stationären Hilfe bieten wir ein therapeutisches Begleitangebot mit queerer Expertise. Das Zusammenwirken unserer therapeutischen und sozialpädagogischen Fachkräfte ermöglicht eine optimale Förderung queerer junger Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung.

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